Katheterbehandlung von Tumoren und Gefäßmalformationen

Gefäßmalformation ist ein Überbegriff, der unterschiedliche Veränderungen an Gefäßen umfasst, z.B. pathologische Gefäßerweiterungen und Fisteln zwischen Venen und Arterien. Im Kopf-/ Halsbereich könne

Bei oberflächlichen Gefäßfehlbildungen mit langsamem Blutfluss (z.B. Lymphangiome, Low-flow-Hämangiome) ist oft eine wenig invasive, perkutane Behandlung, d.h. Punktion durch die Haut möglich.

Bei komplexeren Gefäßfehlbildungen mit hohem Fluss oder Tumoren (z.B. Meningeome an der Schädelbasis, Glomus-Tumore) mit starker Durchblutung ist in der Regel eine endovaskuläre Behandlung über einen Katheter notwendig.

Tumoren im Kopf-/ Halsbereich oder an der Schädelbasis können in ihrer Entstehung und Gefäßversorgung sehr unterschiedlich sein. Es kann z.B. ein zuführendes Gefäß geben oder mehrere, die Durchblutung stark oder schwach ausgeprägt sein, der Fluss schnell oder langsam. Oft gibt die radiologische Untersuchung mittels Schnittbildgebung (MRT, CT) erste Anhaltspunkte bez. der Gefäßversorgung von Malformationen und Tumoren.

Perkutane Sklerosierung von Gefäßmalformationen

Bei der perkutanen Sklerosierung wird ein spezielles Sklerosierungsmittel (ein verödendes Medikament) direkt in die betroffene Gefäßmalformation injiziert. Dies geschieht mithilfe einer feinen Nadel, die unter bildgebender Kontrolle (z. B. Ultraschall oder Röntgen) in die Gefäßmalformation eingeführt wird. Das Medikament bewirkt eine Reizung der Innenwände der Gefäße, was zur Verklumpung und anschließendem Verschluss des Gefäßes führt. In der Folge wird der Blut- oder Lymphfluss durch die Fehlbildung unterbunden, was in der Regel zu einer Rückbildung der Symptome führt.

Die Sklerosierung wird meist ambulant oder während eines kurzen Krankenhausaufenthaltes durchgeführt. Der Eingriff selbst dauert in der Regel zwischen 20 Minuten und einer Stunde, abhängig von der Komplexität des Falles.

Nach der Behandlung kann es zu einer leichten Schwellung, Rötung oder einem Spannungsgefühl kommen. Diese Symptome klingen in der Regel nach einigen Tagen ab. In Abhängigkeit des Ausgangbefundes kann es notwendig sein, mehrere Sklerosierungs-Sitzungen im Abstand von einigen Wochen durchzuführen.

Risiken sind selten und umfassen Infektionen, Blutergüsse, Gewebeverletzungen, Nervenreizungen oder eine unvollständige Verödung der Gefäße. Schwere Komplikationen sind extrem selten.

Endovaskuläre Behandlung von Gefäßmalformationen

Gefäßmalformationen lassen sich endovaskulär, also durch die Blutgefäße, behandeln, indem ein kleiner Katheter bis kurz vor oder direkt bis in die Malformationen vorgeschoben wird und dann ein gefäßverschließendes Mittel (Mikropartikel, Flüssigklebstoff, Coils) appliziert wird.

Endovaskuläre Behandlungen, also durch die Blutgefäße durchgeführte Behandlungen, sind minimal-invasive Verfahren und haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, da sie oft eine sicherere und weniger invasive Alternative zu offenen chirurgischen Eingriffen darstellen. Sollte ein chirurgischer Eingriff dennoch nötig sein, kann eine vorherige endovaskuläre Behandlung die Blutungsgefahr intraoperativ vermindern. Sie stellt daher je nach Fall sowohl ein alternatives oder auch ein ergänzendes Verfahren zur Operation dar.

Die endovaskuläre Behandlung erfolgt in der Regel in Narkose mit nachfolgend einer Übernachtung im Krankenhaus.

Vorteile der endovaskulären Verfahren

Bei der perkutanen Sklerosierung wird ein spezielles Sklerosierungsmittel (ein verödendes Medikament) direkt in die betroffene Gefäßmalformation injiziert. Dies geschieht mithilfe einer feinen Nadel, die unter bildgebender Kontrolle (z. B. Ultraschall oder Röntgen) in die Gefäßmalformation eingeführt wird. Das Medikament bewirkt eine Reizung der Innenwände der Gefäße, was zur Verklumpung und anschließendem Verschluss des Gefäßes führt. In der Folge wird der Blut- oder Lymphfluss durch die Fehlbildung unterbunden, was in der Regel zu einer Rückbildung der Symptome führt.

Die Sklerosierung wird meist ambulant oder während eines kurzen Krankenhausaufenthaltes durchgeführt. Der Eingriff selbst dauert in der Regel zwischen 20 Minuten und einer Stunde, abhängig von der Komplexität des Falles.

Nach der Behandlung kann es zu einer leichten Schwellung, Rötung oder einem Spannungsgefühl kommen. Diese Symptome klingen in der Regel nach einigen Tagen ab. In Abhängigkeit des Ausgangbefundes kann es notwendig sein, mehrere Sklerosierungs-Sitzungen im Abstand von einigen Wochen durchzuführen.

Risiken sind selten und umfassen Infektionen, Blutergüsse, Gewebeverletzungen, Nervenreizungen oder eine unvollständige Verödung der Gefäße. Schwere Komplikationen sind extrem selten.

 

  • Minimalinvasiv: Die Eingriffe können oft über einen Katheter durchgeführt werden, der durch eine kleine Punktion in der Leiste eingeführt wird.

  • Kurze Erholungszeit: Patienten haben in der Regel kürzere Genesungszeiten und weniger postoperative Beschwerden als bei offenen Operationen. Der Krankenhausaufenthalt ist kurz.

  • Zielgenauigkeit: Die Methode behandelt gezielt die Stelle des Problems und schont das umliegende Gewebe.

Gefäßmalformation im Gesicht in der Angiographie

Vorschieben eines kleinen Katheters bis in die Malformation mit anschließender Behandlung

Direktpunktion eines Blutschwamms (Hämangiom)

Kooperation mit dem Clemenshospital Münster

Die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und das Kopf-Hals-Tumor-Zentrum der Fachklinik Hornheide und die Radiologie im Clemenshospital in Münster sind Kooperationspartner.

Prof. Dr. Johannes Weßling
Chefarzt des Zentrums für Radiologie,
Neuroradiologie und Nuklearradiologie am Clemenshospital

In einigen Fällen ist es sinnvoll, eine Gefäßfehlbildung oder einen Tumor vor der Operation zu embolisieren, d.h. die Durchblutung zu vermindern oder ganz zu unterbinden. Dies kann in der Radiologie mittels Katheter-Techniken oder mittels direkter Punktion unter Röntgenkontrolle erfolgen. Die anschließende Operation ist oft mit weniger Blutverlust verbunden und damit risikoärmer. In manchen Fällen kann eine Gefäßfehlbildung auch vollständig über einen mikroinvasiven Eingriff über einen Katheter verschlossen werden. Prof. Dr. Johannes Weßling ist Chefarzt der Klinik für Radiologie am Clemenshospital. Ein besonderer Schwerpunkt liegt unter anderem auf der interventionellen Radiologie und der bildgestützten Behandlung komplexer Gefäßveränderungen und Tumorerkrankungen.

In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den operativen Fachabteilungen der Fachklinik Hornheide können Gefäßfehlbildungen oder Tumoren vor einer geplanten Operation in der Fachklinik Hornheide embolisiert werden. Dabei wird die Durchblutung des betroffenen Gewebes gezielt vermindert oder vollständig unterbunden. Dies kann mithilfe moderner Kathetertechniken oder durch eine direkte Punktion unter bildgebender Kontrolle erfolgen.

Durch eine solche Vorbehandlung kann der Blutverlust während einer anschließenden Operation häufig deutlich reduziert und der Eingriff dadurch sicherer gestaltet werden. In geeigneten Fällen lassen sich Gefäßfehlbildungen auch vollständig durch einen minimalinvasiven interventionellen Eingriff über einen Katheter behandeln.

 

 

Unser Partner: Clemenshospital Münster